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Donnerstag, 27. September 2012

Schöner September

Fast in jedem Jahr ist der September der beste Monat zum Reiten. Das Wetter ist nicht mehr so heiß und auch noch nicht kalt, die Insekten kaum noch lästig. Mir gefallen auch besonders die Herbstfarben der Bäume, Pilze sprießen aus dem Boden, Eichhörnchen sammeln emsig Wintervorräte. Man trifft mehr Leute als sonst im Wald, Pilzliebhaber und Jäger.
In diesem Jahr allerdings verdirbt mir der Holzeinschlag an meinen "Einflugschneisen", also die Wege die ich benutzen muß um in den "tiefen Wald" zu kommen etwas den Spaß.
Am Donnerstag wollte ich einen Bogen um dem Harvester machen, der schon von weitem zu sehen und zu hören war und bin statt dessen erst richtig hineingeraten. Ausweichen ging nicht mehr und umdrehen wollte ich auch nicht. Aber der Harvester-Fahrer Nummer Zwei war freundlich. Er hat seine Maschine zur Seite gefahren und sogar den Motor abgestellt, damit ich ohne Probleme passieren konnte.
Meine schönen festen Waldwege, nun ist alles tiefer Sand. Zum Glück aber nur wenige Kilometer am Anfang meiner Lieblingsstrecke.

Heute hatte ich eine andere Route geplant um in Ruhe die Natur zu genießen.

Aber schon in der Waldsiedlung irritierte mich ein herumirrender leerer Holzlaster, der offensichtlich nach seinen Holzstapeln suchte. Wie ich bald feststellte auch hier, also an der Ausweichstrecke, Holzeinschlag. Große Stapel am Weg und der Weg eher eine Hindernisbahn.

Das half nun aber alles nichts, da mußten wir durch und zwar schneller als der Laster, von dem ich annahm, das er hinter dem nächsten Busch auf uns lauerte um mich wieder vom Pferd zu scheuchen. Ich steige bei "Gefahr" ab, freiwillig. Obwohl mir das Wieder-Aufsteigen nicht mehr so leicht fällt. Aber lieber gehe ich ein Stück zu Fuss (mit Helm und Schutzweste auf Waldwegen in der Regel anstrengender als Reiten), als unnötig das Risiko einzugehen, das mein Pferd ohne mich den Heimweg über die Landstraße antritt. Leider ist mein Schimmel nicht sehr abgebrüht bei großen, oder auch kleinen, klappernden Maschinen. Also Trab durch alle Löcher, bis kein Holzstapel mehr vor uns zu sehen war, den der großer Laster vielleicht abholen wollte.

Nun konnte ich endlich entspannen.

Es ging auch wieder die "Waldautobahn" aus meinem Post von 05.07.2011 entlang. Inzwischen ist es aber eher eine "Weidefläche" geworden, auf der auch schon Wildschweine Löcher gebuddelt haben. Mich stört das nicht.



Vor dem Ostseeurlaub, und der Hirschbrunst, habe ich mir noch mal die Strecke zum Rondell gegönnt. Dort ist der Weg ja befestigt und geschottert worden.
- Post vom 30.10.2011 -
Das "Schriftstück" hängt dort immer noch. Beweisfoto anbei.
Erstaunlich wie widerstandfähig in Folie eingelegtes Papier ist. Ich finde es hat sich kaum verändert, obwohl es inzwischen,allen Naturgewalten, ein Jahr  ungeschützt ausgesetzt war.
Und als ich gerade dort so langgondele versunken in Naturbetrachtungen vernehme ich doch ein Fahrradklingeln im Wald und überlege ob es Stare im Forst gibt, die so perfekt Fahradklingeln imitieren können? Toll!
Aber die Ohren des Pferdchens gingen nach hinten und uns überholten 2 echte Fahrradfahrer, die freundlicherweise geklingelt hatten um das Pferd nicht zu erschrecken. Etwas ganz seltenes im tiefen Wald (die Radfahrer). Wahrscheinlich die sportliche Variante, die nicht auf Radwege angewiesen sind.

Sonntag, 16. September 2012

Adler in der Rüthnicker Heide

Am 23.08.12 habe ich meinen Araber-Schimmel gesattelt und ab ging es in den Wald.
Ich wollte nach der Heideblüte sehen. Dazu mußten wir über das Gelände des ehemaligen Schießplatzes. Nun ja, die Heide blüht, wenn auch nicht sehr üppig, ich habe es gesehen und kann auf Arbeit mitreden, wo es für eine Kollegin nichts schöneres gibt, als die Heideblüte, angeblich viel schöner, als in der Lüneburger Heide.


Hinter dem Schießplatz ging es für uns weiter Richtung Süden zum Laubdichtengestell, von dort nach Westen und dann wieder Nordwesten nach Hause. Zwei Stunden waren für die 14 km eingeplant, was wir auch gut geschafft haben.
Im tiefen Wald, kurz vor dem Laubdichtengestell ertönte weit über uns und den Bäumen, ein hohes Pfeifen. Ein Vogel der im Flug rief. Der Ruf wiederholte sich noch mehrere Male. Zuerst habe ich nicht darauf geachtet. Als ich dann aber aufmerksam wurde, vermutet, das es sich eigentlich nur um einen Adler handeln kann.
Mit Sicherheit kein Seeadler, den Ruf kenne ich. Im letzten Herbst habe ich einen Seeadler in der Heide gesehen. Aber was für ein Adler dann ??? Sehen konnte ich nichts, durch die Baumkronen war vom Himmel nichts zu erkennen.
Zu Hause am Computer kann man sich ja alle möglichen Vogellaute anhören und ich bin mir nun sicher, das es ein Fischadler war, den ich gehört habe. Ziemlich weit weg vom See und den Fischen. Vielleicht schon auf dem Zug nach Süden? Fischadler sind, im Gegensatz zu Seeadlern Zugvögel.
Mein Mann hat im vorigen Herbst einen Fischadler auf unserer Koppel fotografiert. Ob er das Bild findet, damit ich es hier zeigen kann ?

Zurück aus dem Urlaub sind andere Dinge erst mal wichtiger, als Bilder von Adlern. Wir waren zum Campen in Graal-Müritz, in der Rostocker Heide. Dort hört man abends vor dem Einschlafen, wenn es windstill ist, Uhu und Kibitz, toll ....

Montag, 5. September 2011

Die Heide blüht

Mit Muskelkater ging es heute (31.08.) auf zu neuen Taten. Wir sind eine große Runde von 2 Stunden angegangen.
Bei den Vorbereitungen habe ich die wärmere Fleecejacke herausgelegt und mit der Winterreithose geliebäugelt. Mein Thermometer (Nordseite) zeigte 10°C an. Als das Pferd dann aber gesattelt war und es wirklich losging, reichte auch das dicke Baumwollhemd.
Auf unserer Tour sind wir am großen ehemaligen Truppenübungsplatz vorbeigekommen und ich habe einige Fotos von der Heideblüte gemacht.
Unter erschwerten Bedingungen, denn der Schimmel frißt gerne Heide. Da ist es nicht so einfach das Bild nicht zu verwackeln und die Zügel festzuhalten.
Ich fand die Heideblüte in anderen Jahren reichlicher. Vielleicht ist es ja auch schon zu spät, und das Wetter nicht so ideal zum Fotografieren. Das dritte Foto ist vom 19.08.2009 vom kleinen Truppenübungsplatz.
Viele Leute finden die Heideblüte ja toll. Es werden sogar Kremserfahreten zur "Heideblüte" auf den ehemaligen Truppenübungsplatz in der Wittstocker Heide angeboten. Mir wäre Wald anstelle der Heide lieber. Für mich steht die Heide in Verbindung mit der ehemaligen Nutzung durch die Armee, mit der Zeit als große Teile des Waldes nicht betreten werden durften, denn erst durch die Armee ist es zu diesen Freiflächen gekommen. Wahrscheinlich fährt es sich mit Panzern zwischen den Bäumen nicht so gut.
Ich habe immer Angst durch eine spontane Reaktion des Pferdes in irgendwelchen Betonlöchern, Panzersperren, Stacheldrahtverhauen oder was da sonst noch alles so ist, zu landen, und meide diese Arreale daher möglichst. Von der ehemaligen Raketenstellung bei Beetz gab es sehr unschöne Bilder, über in solchen Löchern verendetes Wild, im Internet. Ich bin für Wiederaufforsten, was auf der anderen Seite des Weges, von dem aus ich die Bilder gemacht habe, auch schon passiert ist.
Aber ok nun sind neue Biotope entstanden die auch ihre Berechtigung haben und dazu noch einmal im Jahr schön anzusehen sind. Menschenmassen wie in der Lüneburger Heide (?) muss man hier nicht befürchten.
Auch die Insekten haben sich bei diesem Wetter zurückgehalten und das Pferd trotz flottem Tempos nicht geschwitzt. Mein Kreislauf hat super mitgespielt, meinetwegen muß es nicht wärmer werden, alles zwischen 10 und 15°C ist ok.

Freitag, 19. August 2011

Alte Steine


Anbei einige Fotos, was man alles so Schönes in der Heide findet. Einige der Steine an viel befahrenen Landstraßen, andere versteckt an zugefallenen Wegen.

Diesen Stein habe ich als Ersten endeckt, an einem zugefallenen Weg Richtung Beetz. Ob das ausgemeißelte Wort Beetz hieß?

Genausoeiner befindet sich an einem Nebenweg im Wald zwischen Grieben und Linde. Leider habe ich kein Foto. Aber das werde ich nachholen. Er ist genauso bearbeitet, also mit der Ausmeißelung eines Wortes, und auch weiß getüncht, weshalb er mir auch vom Pferd aus sofort aufgefallen ist.

Erstaunlich welche Ausmaße der "Gutsbezirk ... Forst Rüthnick" hatte. Zwischen beiden Steinen liegen ca 6 km Luftlinie.

Noch weitere Steine finden sich im Wald, dieser direkt an der Landstraße. Man schon sehr gute Augen um die Schrift zu erkennen.
Es sind aber die gleichen Worte wie oben, Gutzbez - dann kommt ein ausgemeißeltes Wort - Forst Rüthnick. Wobei in diesem Fall das Rüthnick mit Moos zugewachsen ist.
Der dritte Stein ebenfalls direkt an der Landstraße. Auf dem Foto wieder schlecht zu lesen, aber wir wissen ja inzwischen was draufsteht.
Die größte Entfernung zwischen zwei solchen Steinen beträgt 8 km Luftlinie.

Leider habe ich bis jetzt noch nicht die Steine in Richtung Sommerfeld-Neuendorf -Kerkow entdeckt, also die südöstliche Grenze.

Samstag, 13. August 2011

Moorschutz in der Rüthnicker Heider

Gestern im Internet gefunden. Also Leute trinkt Krombacher, aber alkoholfrei!

Nun erklären sich für mich auch die Bauarbeiten rund um den Birkholzgrund. Sicherlich muss da einiges an großen Maschinen bewegt werden um die Entwässerungsgräben aufzufüllen und den Boden zu nivellieren. Damit die nicht steckenbleiben werden die Wege gemacht, vermute ich.

März 2009
Ich bin im Frühjahr vor 2 Jahren zuletzt direkt durch das sog Müllersche Luch gelaufen. Da war es noch nicht ganz ausgetrocknet. Ich war extra mit dem Fahrrad unterwegs um mir alles mal genau anzusehen, wo ich sonst mit dem Pferd nicht hinkomme.Bilder von damals.
Das es dort Aldler geben soll habe ich aber erst später erfahren, ich muss fast direkt am Horst vorbeigekommen sein und habe nichts bemerkt.
Der Wald um das Luch soll gelichtet werden damit das Wasser besser ins Moor ablaufen kann und dann wird auch eine Schutzzone um den Adlerhorst eingerichtet.

Also erst mal vorbei mit der Ruhe.
Heute reite ich in die andere Richtung nach Beetz, mal sehen was sich dort so tut.

Sonntag, 7. August 2011

Gewitterregen -

am rechten einsamen Zipfel liegt das Rondell
gibt es das Wort überhaupt ? Jedenfalls bin ich nass geworden, richtig triefendnass. Mein Sattelgurt aus Lamfell tropft (20Std später) immer noch.
Als ich losgeritten bin sah es noch ganz gut aus. Das heisst es war schon recht diesig und dunkle Wolken im Luch, aber das war schon den ganzen Tag so und muß ja nichts heißen. Da ich mir wg Familie und Arbeit auch nicht unbedingt aussuchen kann, wann ich reite, bin ich also los.
Der 2.Anlauf in diesem Jahr um zum "Rondell" zu kommen und um den Birkholzgrund herum zu reiten. Ich war auch neugierig, ob ich herausfinde, was die Straßenbau LKW´s im Wald abeladen hatten.
Falls jemand von Euch die Tour unter "Nokia Sports" betrachtet, nein, mein Pferd bekommt kein Valium!!! Wahrscheinlich liegt es am Gras, das sie die Langsamkeit (zumindest die ersten Kilometer) für sich entdeckt hat.
Auf dem Laubdichten-Gestell sichteten wir dann die erste "Straßensperre" in Form von Flatterband. Währe ich hier meinem ersten Impuls gefolgt und hätte den Weg links hoch genommen, währe ich wahrscheinlich trocken geblieben... Aber noch von Regen keine Spur, im Wald sieht man leider die Wolkengebilde nicht ausreichend für eine Wetterprognose. Was ich aber entdeckte war ein Radfahrer weit jenseits der Sperre. Als ich mich näherte stellte sich heraus, das eine Waldwegkreuzung mit Kies aufgefüllt, glattgemacht und abgesperrt war. Das war also auf den LKW`s gewesen, wunderschöner sauberer Kies. Ich bin abgestiegen, da ich die Hoffnung hatte jenseits der gesperrten Kreuzung ohne Probleme weiterzukommen, führte ich das Pferd durch den Wald um die Flatterbandabsperrung herum.
Auf der anderen Seite angekommen, war der Radfahrer auch schon da. Gelegenheit für einen kleinen Plausch, der in unserem Wald immer mit dem woher beginnt und dann mit dem Austausch der "angenommenen" Positionsdaten weitergeführt wird, bevor man sich mit durchaus ernstgemeinten, guten Wünschen für die Heimkehr, trennt.
Falls hier jemand lacht, es ist schon vielen Einheimischen passiert, das sie ganz woander angekommen sind als geplant (anderes Dorf), verlaufen ist in unserem Wald nichts ungewöhnliches. Ab und zu kommen mal lustige Zeitungsartikel (Joggerin im Wald verlaufen, Pilzsucher mit Hubschrauber gesucht) Einheimische lachen darüber nicht!!!
Der gute Mann war aus Grieben und nach eigener Aussage öfter mal im Wald unterwegs. Er kennt sich aus und weiss genau wo er ist? Uneinigkeit herrschte aber darüber, wohin die Wege an der planierten Kreuzung führen, zumal ein hinterhältiger Förster auf dem Wegweiser das Wort "Linde" mit einem Pfeil Richtung Linde übersprüht hat. Wie sich herausstellte hatte mein neuer Bekannter sogar eine Karte dabei, die aber nicht unbedingt für Klarheit sorgte, vor allem da ich nur meine Fernsichtbrille auf der Nase hatte und der gute Herr seine Brille garnicht erst mitgenommen hatte, mir aber auch nicht glauben wollte, das ich wusste wo ich bin, oder vielmehr wir beide sind. Er gab mir noch einige gute Hinweise über Sehenswürdigkeiten (Bäume mit alten Inschriften) und meinte dann er wolle zum Kaffe zu Hause sein. Die Richtung die er einschlug, lies hoffen, das es dieses auch schaffen würde.
Da ich nun schon mal auf den Boden war, bin ich das Stück zum Rondell gelaufen. Das "Rondell", ebenfalls eine Waldkreuzung, war vielleicht in alten Zeiten mal ein Jagdstern. Es treffen sich dort insgesamt 7 Wege. Es war genau wie mein neuer Bekannter erzählt hat ebenfalls mit Kies aufgefüllt und Flatterband abgesperrt. Hier aber keine Möglichkeit drumrum zu laufen. Alles voller Äste, da ist mir das Verletzungsrisiko für die Pferdebeine zu groß. Flatterband hoch und mit dem Pferd über das gesperrte Rondell laufen wollte ich auch nicht. Ich möchte noch viele Jahre im Wald reiten und lege daher keinen Wert auf einen Ruf als "Waldrowdy". Irgendeiner beobachtet einen bei so einer Untat bestimmt, oder wertet später die Hufspuren aus (gute Übung für den Jagdhund). Also umdrehen, es wurde auch Zeit. Vielleicht hatte ich schon etwas zu lange gezögert, auf der Suche nach einem Weg um das Rondell herum, denn inzwischen war das Donnergrollen nicht mehr zu überhören!
Ein Gewitter aus südlicher Richtung? Also aufsteigen und durch den Birkholzgrund, Richtung Norden nach Hause. Der Nachteil, ich muss im Grund wieder absteigen, wegen der Wegbeschaffenheit, und führen, was bestimmt Zeit kostet. Da das Gewitter von Süden kommt schaffen wir es aber sicherlich noch trocken nach Hause. Hoffte ich...
Wir haben uns wirklich beeilt. Nördlich des Grundes alles noch trocken und auch hier noch einige Pilzsucher unterwegs. An dieser nördlichen Kreuzung hatten die Förster den dritten LKW abkippen und planieren lassen diesmal nicht abgesperrt. Nun wollte ich, wie gewohnt, wieder Aufsteigen, aber wo waren meine schönen Spurrillen, die mir immer so gute Dienste beim Aufsteigen geleistet haben? Alles weg, mit Sand aufgefüllt und planiert!
Langsam fing es nun an zu regnen und bald waren wir pitschnass, der Regen wurde immer stärker und die Blitze, das Donnern trug nicht zu einer anheimelnden Atmosphäre bei.
Man soll bei Gewitter das Pferd anbinden und sich 20-30m entfernt in einen Busch hocken um nicht vom Blitz getroffen zu werden, habe ich mal in einem Buch gelesen. Aber grau ist alle Theorie, mein Pferd währe sicherlich nicht begeistert, wenn ich sie bei dem Wetter im Stich lassen und im Gebüsch verschwinden würde. So habe ich beschlossen, es ist nur ein kleines Gewitter und bin tapfer weitergetrabt. Unsere Gestellwege sind recht breit, so bin ich dicht an den Bäumen entlanggeritten, damit der Blitz die Bäume trifft und nicht mich. Aber das war dem Pferd irgendwann zu mühselig. Also im Trab mitten auf dem Weg, und damit den freien Himmel mit Donner und Blitzen direkt über uns, Richtung Heimat. Es schüttete immer stärker und der Donner wurde immer lauter. Irgendwo Unterstellen sinnlos, ich war eh schon total durchgeweicht. Wenigstens war der Regen warm. Der Weg inzwischen ein Bach. Ein paarmal sind wir beide zusammengezuckt, wegen sehr lautem Donnern. Ich habe mich damit getröstet, das ja beim Donnern alles schon vorbei ist, gefährlich ist nur der Blitz.
Irgendwann habe ich dann aber doch Nerven gezeigt, bin wieder abgestiegen und gelaufen, damit mich nicht doch noch ein Blitz vom Pferd holt.
Als es sich endlich abgeregnet hatte und mir das Laufen über war (noch 30 min bis nach Hause) wollte ich wieder aufsteigen. Was soll ich sagen, es ging nicht. Das Pferd stand super still, aber die Klamotten nass, die Hose klebte an der Haut, nichts mehr mit 5% Elastik in dem Fall waren die 95% Baumwolle in der Übermacht, der Sattel nass. Ich bin einfach nicht in den Sattel gekommen, weil alles irgendwie schwer und nass war. Also zu Fuss den Rest der Strecke und darüber nachgedacht, das mit dem Reiten irgendwann mal Schluß sein wird. Nämlich dann, wenn ich nicht mehr würdevoll aufs Pferd rauf oder vom Pferd runter komme. Bisher hatte ich das würdevolle Runterkommen immer für das Schwierigere gehalten.
Zu Hause gab es erst mal eine schöne Dusche und ich hoffe, das bald alles wieder trocken ist.
Ach ja, das Reiseziel erreicht, ich war mal wieder am Rondell!!!

Freitag, 29. Juli 2011

Pilze im Nieselregen



Nachdem der Ausflug am Montag wegen Nieselregens verkürzt ausgefallen ist, stand heute eine etwas längere Tour an.
Auch dieses Vorhaben drohte zu scheitern. Gleich am Anfang ist der Schimmel aus dem Trab böse gestolpert und ich hatte lange Bedenken, ob er nicht doch verletzt ist. Da es zu Umkehren aus pferdepsychologischen Gründen gerade ungünstig war bin ich langsam weitergeritten. Später dann, als alles ok schien, auch schneller.
Entschuldigen möchte ich mich bei dem netten Pilzsucherpärchen aus Berlin (Autonummer) dem ich (am Montag Im Nieselregen) wenig Aussicht auf Erfolg (also Pilze) gemacht hatte. Die Auskunft war wohl nicht ganz richtig. Heute habe ich einen Pilzsucher getroffen, der seinen Korb proppevoll der schönsten Steinpilze hatte. Solche Mengen Steinpilze habe ich noch nie gesehen! Naja, von oben, dazu noch mit Brille, ist das ja auch nicht so einfach.
Ansonsten alles sehr schön, bis auf 3 Straßenbau LKW´s die meinen Weg kreutzten. Vermutlich mit Straßenbau-Recycling Material, war eine Plane drüber.
Das die Wege gemacht werden ist ja schön, aber mit Belag? Vielleicht kann ich das am Wochenende ja mal überprüfen. Eigentlich soll ja hier alles Naturschutzgebiet werden, da passt so Straßenbau nicht wirklich.
Andererseits möchte ich auch nicht meckern, wenn die wenigen befestigten Wege ausgebessert werden, bis jetzt sind noch genügend reitbare Strecken übrig.
Den Hufspuren nach sind aber nur wenige Reiter unterwegs, Mein Schimmel, der zugegeben etwas faul ist, lebt immer richtig auf, wenn auf den Wegen Hufspuren erscheinen: "Aha, hier gibt noch andere Pferde, nicht nur Damwild!". Eigentlich logisch, das Pferde, die ja sehr gute Beobachter sind, Hufspuren erkennen, trotzden faszinierend.
(Was auf meiner Sports Tracker Karte die Kreise mit den Kreuzen bedeuten weiss ich nicht, bin ich wohl auf irgendeine Taste gekommen ?)
Im Augenblick, wo ich hier so schreibe (Freitag Vormittag), wieder Regen. Auch auf die Gefahr mich unbeliebt zu machen, mir ist dieses Wetter lieber, als 30°C im Schatten.
Was mir gerade einfällt, eine Beobachtung habe ich noch gemacht. Zum Glück in der Nähe des Dorfes. Etwas tiefer im Wald hätte ich den hellen Schatten, der lautlos im Unterholz verschwand doch tatsächlich für einen Wolf gehalten. So vermute ich mal, das es ein großer Hund war. Ich kenne bei uns niemanden der einen großen sehr hellen Hund hält, aber es kommt auch immer wieder vor das entlaufene Hunde im Wald sind. Mir ist die Hundetheorie echt lieber als die Wolfsvermutung. Wer vermisst einen Husky?
Bis bald, Katharina

Dienstag, 5. Juli 2011

Autobahn im Wald

Heute war ich mal wieder unterwegs.
Ich möchte nur kurz berichten. Alle Daten sind unter Sports Tracker com zu sehen.
Ich werde hier beim Schreiben auch gerade von dem Monty-Hund gestört, der sich langweilt und daher ordentlich bei Ersatz-Frauchen schleimt.

Es ist mir gelungen so einen "Hochstand" zu fotografieren.
100m weiter standen wir dann plötzlich vor einer "Autobahn im Wald". Auch davon ein Foto.
Eigentlich sind die Wege bei uns immer ganz ordentlich, was auf dem ersten Foto ja auch zu sehen ist, aber dieser planiert und gewalzt!
Wir haben uns trotzdem nicht getraut so richtig aufzudrehen. Ich habe mich immer nach unseren Hufspuren umgesehen, aus Angst was kaputt zu machen! Das Pferd ist aber kaum eingesunken. Ist ja nicht groß, unbeschlagen und ich bin ja auch nicht schwer. Unsere Tapsen sehen immer aus, als ob da ein Pony unterwegs war.

OK, der Monty hat jeman anderm zum Spielen gefunden, so das es nun doch ein paar Zeilen mehr geworden sind.
Katharina

Freitag, 1. Juli 2011

Schöner Ritt in der Heide

Heute habe ich mal wieder eine alte Strecke unter die Hufe genommen, die ich seit einem Jahr nicht mehr geritten bin. Der letzte Versuch 2009 ist daran gescheitert, das ich ein Jägerauto gesichtet hatte, es war abends gegen 19 Uhr, und daher umdisponieren mußte.
Nun am Mittag würde ich da sicher keinen stören und so war es auch. Allerdings war sehr viel Wild unterwegs, vor allem Muttertiere mit Kitzen, kein Wunder wenn der Jäger nicht da ist.
Die Strecke wunderschön, besser als ich sie in Erinnerung hatte. Damals war der Weg ziemlich verwildert, nun aber gut zu reiten. Das "wunderschön" bezieht sich mehr auf die Ruhe und Abgeschiedenheit, weniger auf landschaftliche Highlights und auch immer auf die Reitbarkeit der Wege ohne Eisen.
Es waren etwa 14 km und ich brauchte ca 2 Stunden.
Verändert haben sich aber nicht nur die Wege sondern auch die Hochstände der Jäger. Aus Hochständen sind nun, naja nicht gleich Tiefstände aber doch Mittelstände geworden. Hat für mich Vorteile, so kann mich keiner mehr "von oben ansprechen" man sieht sofort, ob der Stand besetzt ist. Foto von so einem "Mittelstand" folgt.
Nun werde ich diese Tour sicher öfter reiten. Vielleicht gelingt es mir auch eine Aufzeichnung der Strecke einzufügen.
Bis dahin, http://www.sports-tracker.com, Katharina3, der Ritt vom 20.06.11.
Katharina

Mittwoch, 15. Juni 2011

Auweia ... die Zeit vergeht ... aber auch die Schreibblockade !

... ist es wirklich schon so lange her, das ich mich hier gemeldet habe?
Nun ja, um so mehr gibt es zu berichten.
Als erstes, ich habe das Reiten noch nicht aufgegeben, obwohl ich öfter mal darüber nachdenke. Der Anlass für diese lange Pause, ganz banal, war, das ich beim Reiten im Wald meine Brille verloren (und bis jetzt nicht wiedergefunden) habe. Wie soll man ohne Brille schreiben ?? Oder Reiten ?? Aber dazu vielleicht später.
Also ich reite noch, wenn auch zugegeben nicht mehr ganz so eifrig wie früher. Vieles hat sich geändert, nicht nur die Brille.
Aber mein Pferd ist immer noch kein Schimmel, sondern nach wie vor grau. Das hat auch seine Vorteile, keiner hält sie für neunjährig, denn mit neun Jahren ist man als anständiges Pferd schon weiss. Letztens stand mein Nachbar (auch Pferdemensch) an der Koppel und sah dem Treiben der Pferde zu. "Na die ist doch nun auch schon 6 Jahre alt ?" war der Kommentar. Ja, die Zeit vergeht doch schneller, als man es wahrnimmt, oder wahrhabenwill ?
Die graue Farbe hat aber auch den Vorteil, dass man nicht ganz so gründlich putzen muss. Falls sie doch mal weiss wird erscheinen jetzt schon vorsorglich zur Tarnung Fliegenflecken, ich liebe Fliegenschimmel. Ich hoffe, es werden ganz viele rote Fliegenflecken.
Heute waren wir wieder im Wald, immer noch allein.
Auch der Wald hat sich geändert. Es ist deutlich trockener geworden.
Ich habe den neuen geschwungenen Lammfellgurt ausprobiert und es war ganz toll !! Also auch die Ausrüstung ist nicht mehr ganz die alte. Meine (graue) Maus ist super gegangen, ist ja auch viel schöner wenn nichts klemmt und zwackt.
Die Förster haben in den letzten Monaten ein Stück Wald aufgeräumt, das war natürlich aufregend, wenn da plötzlich Büsche fehlen und Bäume an der Erde liegen, aber kein Problem. Auch viel Wild haben wir gesehen, das ist nicht so aufregend, das sind wir gewohnt, wenn es mir nicht gerade auf den Schoss springt, was auch schon passiert ist. Aber heute war alles gut und ich sitze nun gut erholt am Computer und mein Grauschimmelchen ärgert sich auf der Koppel über die Fliegen.
Nachdem ich nun nach dieser langen Schreibpause ein neues Passwort beantragen musste, man wird nicht jünger und nach über zwei Jahren darf man so was ja mal vergessen, soll das nicht umsonst gewesen sein und ich werde mich wieder regelmäßiger melden. Vielleicht gibt es ja auch Anregungen zu Themen ? Oder vielleicht sogar Beiträge ? Liest mich eigentlich noch irgendjemand ?
Viele Grüße an alle Reiter von Katharina

Donnerstag, 2. April 2009

Holzdiebstahl

Mein Pferd kann Gedankenlesen! Ich hatte den Wunsch nach Pferdewechsel kaum in diesem Blog ausformuliert, als ich plötzlich das bravste Ross unter dem Hintern hatte. Unser 5. Ausritt in 2009 war die reine Sahne, und Ausritt Nr. 6-9 im Prinzip auch (kleine Rückfälle seien verziehen). Alles lief in geordneten Bahnen und fast so wie ich es mir vorstellte. Allerdings muß ich nach wie vor voll beim Pferd sein. Sich mal im Schritt mit dem GPS oder dem Handy beschäftigen geht nicht, sofort versucht sie das Regiment zu übernehmen. Wenn Frauchen nicht aufpaßt muß sie es eben tun. Ich hoffe das gibt sich und sie begreift irgendwann, das Frauchen 2 Sachen auf einmal tun kann, also Aufpassen das wir nicht gefressen werden (vermutlich gibt es noch Säbelzahntiger in unserem Wald) und gleichzeitig telefonieren! Unser augenblickliches Tranigsobjekt ist „entspanntes“ oder überhaupt erstmal "ohne Grund (Absteigen, Aufsteigen, Leckerli füttern) Stehenbleiben" mit Reiter im Sattel, ganz schwer für Vollblüter!
Ich denke die Probleme am Anfang der Saison waren einfach auf Überforderung des Pferdes, körperlich und auch mental, zurückzuführen. Es hat ihr nach der langen Pause an Muskeln, Puste und Einsicht in die Notwendigkeit gefehlt.
Gestern war es mal wieder eine längerer Tour Richtung Birkholzgrund. Ganz wohl war mit nicht, denn ich vermute mal, es ist die ideale Gegend, und zur Zeit ja auch die ideale Jahreszeit, für Wildschweine mit Frischlingen. Da ich wegen der Wegbeschaffenheit durch den Grund das Pferd immer führe war es auch kein Problem ein Foto von einem Holzstoß zu schießen, der etwas dezimiert und um weiteren Holzklau zu verhindern vom Förster beschriftet war.


Der Weg nach hause sollte mal etwas anders sein, als er mir dann aber sehr "anders" vorkam war es bereits zu spät und ich hatte mich mal wieder verritten. Aber viele Wege führen nach Rom, das hat inzwischen auch mein Stütchen begriffen und verzichtet neuerdings auf Richtungsvorschläge an Kreuzungen. Braves Pferdchen!

Freitag, 20. März 2009

Frühlingsanfang ...

... obwohl die Temperaturen und der kalte Wind etwas anderes erzählen, wenigstens scheint die Sonne. Die Reitsaison hat bei mir am 10.03.09 wieder begonnen. Ich war seit dem 4 mal im Busch und kann es immer noch nicht fassen, welche Veränderungen über Winter mit meinem Pferd vor sich gegangen sind. Die „coole Socke“ nehme ich zurück. Obwohl ich ihr damit Unrecht tue, denn sie ist ja nicht schreckhaft, aber seeeeehr munter! Sie ging vor der Winterpause schon so schön im Schritt am langen Zügel. Geht sie jetzt auch, aber irgendwann fehlt ihr die Begrenzung nach vorn und ab geht’s im Galopp. Also schön mit Anlehnung reiten, für mich anstrengend und nicht meine Vorstellung von einem entspannten Ausflug ins Gelände. Sehr schnell habe ich also die pieksigen Seilzügel in meine alten (viel zu langen) Lederzügel umgetauscht. Die sind doch besser zu Händeln und verheddern sich im Ernstfall nicht so schnell. Da ich immer mit dem GPS reite und die Touren aufzeichne kann ich hinterher schön auswerten, was alles so passiert ist. Ich reite natürlich nur auf bekannten Strecken, denn für die Orientierung hätte ich zur Zeit keine Hand mehr frei. Das Highlight waren ein Ausflug ins Gebüsch, da Madam eine andere Richtung einschlagen wollte und ich mich mit Gewalt durchsetzen mußte. Im Ergebniss bin ich 2 Tage, zum heimlichen Vergnügen meiner Kollegen, mit abgeschrammter Nase zur Arbeit, und im nachhinein froh, das ich Brillenträger bin, denn ein Ast ist ans Brillenglas geschlagen und hätte sonst vielleicht mein Auge verletzt.
Unsere Tour Gestern war der Gipfel! Wir sind lange Schritt, ab und zu mal Trab, 500m Galopp, wieder Schritt, dann wollte ich traben, Madam galoppieren. Immer wieder durchpariert zu Trab, Trab am langen Zügel sie wieder Galopp, ich habe eine unruhige Hand und traue mich nicht so recht im Trab die Zügel zu fest zu nehmen, aber es wird mir in Zukunft wohl nichts anderes übrigbleiben, also wieder aus dem Galopp durchpariert (teilweise mit Gewalt), bis alles einigermaßen im Trab lief (nach 1000m ich habe ja GPS und kann das nachvollziehen) konnte ich zum Schritt durchparieren und wollte mich verschnaufen. Sie trottete durch das Moos am Wegrand und suchte sich eine Stelle zum Pinkeln. Wunderbar, dachte ich, wenn sie pinkelt fühlt sie sich sicher und wird nun ruhiger. Währen ich noch völlig entspannt in den Steigbügeln stehe, das Pferd lobe, die Zügel schlabberig hingegeben, wird sie mit dem Pinkeln fertig, macht zwei Schritte nach vorn und ab im Galopp. Kein Fluchtgalopp, aber doch eine sehr stramme Gangart. Es dauerte eine Weile bis ich mich sortiert hatte, als ich dann zu bremsen versuchte schaltete sie auf stur. Es waren nur 250m (laut GPS), bis ich sie wieder im Griff hatte, aber mir hat das doch einen ordentlichen Schrecken eingejagd, zumal ich nicht glaube, das sie sich erschreckt hat, sie wollte einfach nur ihre Vorstellungen gegen meine durchsetzen. Es waren noch 4 km bis nach hause, und ich reite gerne mal schneller, aber nun habe ich auf Schritt bestanden, die ganze restliche Strecke.
Zu hause angekommen habe ich meinem Mann die Abenteuer erzählt und angedeutet, das mein Grauschimmel wohl doch nicht das richtige Pferd für eine ältere Dame ist. Vielleicht sollte ich auf Haflinger oder auf Kaltblut umsteigen? Er sieht das anders und ich ja eigentlich auch. Es wird schon wieder werden mit uns.

Montag, 29. Dezember 2008

Nach 6 Wochen Reitpause

Nun, wo der Weihnachsstess vorbei ist, habe ich den Kopf wieder frei für´s Reiten. Eigentlich wollte ich ja warten bis zum Jahresende oder vielleicht sogar März. Erfahrungsgemäß wird es, wegen der Wetterlage, im Februar nichts mit Reiten und ich wollte mir und dem Pferd, auf Grund der zu erwartenden Februarpause, viele neue Anfänge und damit Muskelkater ersparen. Außerdem hatte ich den nicht ganz unbegründeten Verdacht, das mein Stütchen nicht ganz so unkompliziert auf eine Trainingspause reagieren würde, wie der Traber. Den konnte ich nach 6 Wochen Ruhe satteln und ohne Probleme ins Gelände reiten. Er war die ersten Male nur etwas trottelig und ist, ab und an gestolpert, bis er wieder Muskulatur aufgebaut hatte.
Aber das Wetter war verlockend, das neue Pad wollte ausprobiert werden und ich hatte über die Feiertage 2 kg zugenommen. Also rein in die Reitklamotten und das Schimmelchen geputzt.
Das neue Pad steht ihr wunderbar! Von der Farbe war es schon mal die richtige Wahl!
Doch Schimmelchen war nervös, zum Glück klappte das Aufsteigen, aber dann ging es los. Ich zweifelte ob der Ausritt wirklich eine so gute Idee war. Leider ist es aber auch nicht so einfach von einem nervigen Pferd wieder abzusteigen wenn man mal oben ist. So beschloss ich erst mal im Sattel zu bleiben. Die ersten 500 m hatte ich damit zu tun das Pferd von einem sturen nervigen Trab zu einem, na ja, entspannten Schritt zu überreden. Sie tat so als wenn sie zum ersten mal im Leben ein Gebiß im Maul hätte und reagierte spät bis garnicht. Dazu war sie rossig und ständig mit der Nase an der Erde, vermutlich auf der Suche nach der Witterung eines Hengstes? Aber das Pad saß sich wundervoll, ganz weich. Madam war anscheinen auch der Meinung, denn mitten aus dem, nun endlich gelungenen, Schritt kam ein Buckler, den ich als Freudensprung interpretierte. Von da an ging es besser. Schöner noch nicht ganz gleichmäßiger Trab, der Galopp fast mit dem Kopf zwischen den Vorderbeinen?, aber die Muskel müssen ja erst wieder aufgebaut werden, sie ist in der Schulter schmaler geworden. Viel Schritt und viel Wild. Das Dammwild ist jetzt fast schwarz gefärbt. Da ich aus pferdepsychologischen Gründen nicht vor jedem Damwildrudel durchpariere war ich glücklich, das es nicht zu einer Kollision kam, als ein Rudel direkt vor uns den Weg kreuzte. Alles in allem eingelungener Ausritt. Das letzte Stück bin ich abgestiegen, man soll ja aufhören wenn es am schönsten ist, so haben alle Beteiligten ein Erfolgserlebnis. Allerdings mußte ich weiter konsquent sein, denn das Führen haben wir auch schon lange nicht mehr geübt.
Beim Absatteln stellte ich dann fest, das die Sattellage unter dem Pad trocken war. Mein Pferdchen hat zwar nicht doll geschwitzt, aber etwas schon. Anscheinen ist das Teil tatsächlich luftdurchlässig, oder feuchtigkeitsdurchlässig?
Heute sehe ich nun aus dem Fenster, alles weiß und minus 5°C. Genau das hatte ich befürchtet. Wieder Schluß mit Reiten? Ich hoffe nicht. Ich habe mir fest vorgenommen nun wieder regelmäßig mit dem Pferd zu arbeiten. Wenn es für´s Reiten zu kalt ist, gehen wir eben spatzieren, natürlich in voller Montur, falls sich zwischendurch der Boden doch mal zum Aufsteigen anbietet.

Freitag, 12. September 2008

Ein Jäger aus Kurpfalz ?

Wie der Titel schon andeutet, hatte ich heute eine Begegnung der besonderen Art, doch ganz anders als erwartet.
Aber von Anfang an: Ich war wieder mit meiner kleinen Schimmelstute unterwegs. Im Baumarkt hatte ich mir neue Zügel besorgt (2 Stück 2,50 m Hanfseil a 2,00 €) und wollte nun ihre Eignung als geteilte Lenkhilfe testen. Ich hoffe im Dezember auf der Hippoligika was besseres preisgünstig erwerben zu können. Die Seile sehen super aus, liegen aber nicht so gut in der Hand wie Leder, sind rau und pieksig (hätte ich noch mal die Wahl würde ich die gewachsten nehmen, auch wenn die nicht so fetzig aussehen). Ansonsten haben die "Zügel" den Test bestanden und bis zur Hippologika wird es wohl gehen.
Wir traben also so schön durch den Wald, grüßen freundlich einen Pilzsammler, der auch zurückgrüßt, was mich freut weil ich dann auch sicher bin, das Pferdchen die durchs Unterholz kriechende Gestalt als Mensch einordnet und nicht eventuell als Säbelzahntiger.
Am liebsten habe ich Pilzsammer die sich laut unterhalten. Zwei mit schweren Körben beladenen Damen habe ich am letzten Wochenende mit Lob überhäuft wegen ihrer lauten Unterhaltung. Dieses Lob wurde dankbar aufgenommen, die Damen haben mir gestanden, das sie unsicher waren, wie sie sich bei der Begegnung mit Reitern/Pferden verhalten sollten. Ein Schwätzchen mit Passanten ist immer angebracht.
Wir traben also schön vor uns hin, als mitten auf unserem für Autos gesperrten Waldweg ein grünes Auto steht. Kurzer Blick, aha der Förster, oder besser 2 Förster die sich an den offenen Autotüren unterhalten. "Kein Problem" erkläre ich dem Schimmel "wir gehen dran vorbei". Mein bis dato immer gehorsames und mutiges Pferd war aber, zu meinem Erstaunen, anderer Meinung und kündigte 10 m vor dem Auto die Mitarbeit. "Da gehe ich nicht vorbei" waren ihre Worte. "Das ist doch nur ein harmloses Auto, sowas fürchtest du doch sonst auch nicht " argumentierte ich dagegen. Nun mischten sich auch die Förster in unser Gespräch "Am besten sie nehmen den anderen Weg (wir waren an einer Kreuzung) wenn sie an uns vorbeireiten bekommen sie Probleme". Mein Pferd schlug mir gerade den selben Weg vor, der auch von den Förstern favoritisiert wurde."Probleme hab ich schon." erklärte ich (war ja auch nicht zu übersehen gerade versuchte meine Stute eine Kehrtwendung in die andere Richtung) "das Pferd ist jung und muß lernen. Gibt es denn eine Grund warum ich an ihnen nicht vorbeikann, Baumfällung oder so ?". Das wurde verneint. Also Augen zu und durch. Ich wäre auch abgestiegen und hätte das Pferd an dem Auto vorbeigeführt, aber vorbei mußte es. Schließlich hat die Kleine es eingesehen und ging diszipliniert wenn auch aufgeregt an dem Auto vorbei. Nun konnte ich den Grund der Weigerung meines Schimmels erkennen. Durch die offenen Autotüren wurde ein Anhänger verdeckt auf dem totes Damwild lag. Meine Förster waren also gar keine Förster sondern, in diesem Fall, Jäger. "Jetzt weiß ich warum mein Pferd nicht an ihnen vorbei wollte, sie hat das Blut gerochen." "Genau" sagte der Jäger, "deshalb hatten wir ihnen ja auch den anderen Weg vorgeschlagen."
Mir gab die ganze Geschichte dann doch zu denken. Niemals hätte ich gedacht, das Pferde so einen guten Geruchssinn haben und auf die Entfernung Blut riechen können. Ich habe nichts gerochen. Vielleicht ist das auch die Erklärung für manches Problem, welches ich mit meinem Traber an bestimmten Stellen im Wald hatte.
Und noch etwas anderes habe ich gelernt, Jäger sind nette Menschen (trotz manchmal komischer Schilder im Wald - siehe Post vom letzten Herbst) und begegnen Reitern freundlich.
Was hat mein Pferdchen gelernt ? Frauchen ist der Chef und wo sie mit langgeht ist es ungefährlich auch wenn es stinkt.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Wildschweine

Seit 5 Jahren, seit es das neue Waldgesetz in Brandenburg gibt, reite ich nun im Wald kreuz und quer (natürlich auf den vorgegebenen 2-spurigen Wegen - Dank an alle Jäger und Förster die diese in Ordnung halten). Wild in rauhen Mengen (wie man hierzulande sagt). Seit 3 Jahren traue ich mich auch in den "tiefen Wald" also mitten in das ca. 10 x 10 km große Gebiet. Funkempfang per Handy kann man dort vergessen. Meist trage ich eine Warnweste. So ist die Chance größer, das ich gefunden werde, falls ich doch mal im Gebüsch lande, und mein "Fury" keine Hilfe holt. Zu Anfang war Wild für meinen Traber stets ein Ereigniss. Vor allem wenn es trotz "Pfeiffen" von Frauchen sich nicht aus dem Staub machte. Da kam es schon mal zu super Hinterhandwendungen mit anschließendem Spurt in die Gegenrichtung. Aber das ist lange her. Selbst große Schaufler haben nur noch ein müdes Gähnen zur Folge. Da sind Drahtrollen am Wegesrand oder Nordic-Walker aufregender (weil seltener). Es ist immer wieder erstaunlich wie dicht man auf dem Pferd an Wild herankommt. Nur mit dem Fotografieren hat es noch nicht geklappt, da die elektronische Kamera Geräusche macht, die dem Wild nicht gefallen.
Nur Wildschweinen sind wir noch nicht begegnet. Ich muß sagen glücklicherweise, denn als Kind hat meine Mutter keine Gelegenheit ausgelassen, mich vor meinen Waldwanderungen, vor den gefährlichen Wildschweinen zu warnen. Wenn ich ein Wildschwein sehe, würde nur die Flucht auf einen Baum mein Leben retten. Das Bäumeklettern habe ich dann sicherheitshalber schon mal geübt. Auch im Fernsehen immer wieder Berichte von Wildschweinattacken auf harmlose Spatziergänger. Entsprechende Bilder großflächiger vernähter Wunden an den Extremitäten inklusive. Ich war sicher eine Begegnung mit Schweinen würde mein Roß zu panischer Flucht veranlassen, ich im Dreck landen und von den Schweinen angegriffen werden ... .
Gestern war es nun so weit. Nach 45 min und 2 schönen langen Trab-Galopp-Strecken waren wir am tiefsten Punkt des Waldes. Nun wollte ich mich im Schritt erholen und die Natur genießen, als es plötzlich neben mir grunzte !!! Ein Blick zur Seite, ca 7 m neben dem Weg ein großes schwarzes Schwein grunzend mit erhobenen Kopf und erhobener Rute (heißt das so ?)sich langsam im Schritt vom Weg weg bewegend. Mein Herz rutschte in die Hose, das Schwein bewegte sich aber von uns weg, das war positv. Mein Traber seelenruhig im Schritt. Ein weiterer Blick in den Wald und ich entdeckte ca. 3-4 schwarze Berge, die sich langsam entfernten. Immer noch aufgeregtes Grunzen. Dann die Ursache für die Aufregung direkt neben dem Weg vor uns, ein kleines braunes Bündel (sprich Frischling) welcher sich dem allgemeinen Rückzug nicht angeschlossen hatte, da er wahrscheinlich geraden einen wunderschönen Wurm ausgrub. Na toll dachte ich, wenn die Mama durchzählt und einer fehlt, oder das Kleine uns sieht, erschrickt und losquieckt sind wir dran. Und was ist mit meinem Renner los? Ist er blind, taub oder beides? Mein Pferd war immer noch ganz ruhig in der allgemeinen Aufregung (mich eingeschlossen) und marschierte im gemütlichen Schritt, als gäbe es gar keine Schweine, den Weg entlang. Also ergriff ich die Initiative und beschloss aus Sicherheitsgründen das Tempo etwas zu erhöhen falls die Stimmung umschlägt und wir plötzlich angegriffen werden. "Terrrab mein Guter" "Gerne Frauchen" nur das Tempo in dem er loslegte überzeugte mich davon das er die Schweine auch gesehen hatte, denn mein Pferd trabte langsam und aufmerksam, nicht das schnelle Tempo was ich sonst von ihm kenne. Nach dem Motto vor euch blöden Schweinen rennen wir nicht weg, dieses ist unser normales Reisetempo! Ich weiß aber auch, das er sich in ruhigerem Tempo sicherer fühlt, da er besser reagieren kann und mit Sicherheit (Pferde haben ja ein anderes Gesichtsfeld als Menschen und sehen auch was hinter ihnen los ist) hatte er die Wildschweine immer noch im Blick. Nach 200m wurde ein gemütlicher rollender Galopp daraus und 300m später fand ich den Abstand ausreichen (fast hätten wir noch ein Reh umgerannt).
Das war aufregend!!! Habe ich nun das mutigste Pferd des Kontinents oder das dümmste ? Wahrscheinlich hat seine Mutter ihm nicht erzählt, wie gefährlich Wildschweine sind.
Der Rest des Ausritts verlief normal. Zurück im Dorf kam uns ein ganz fürchterlicher Radfahrer mit wehender Jacke entgegen. Schrecklich ... . Als der sich dann aber mit uns zu unterhalten anfing hat sich das Pferd für die unangemessene Aufregung, über einen Radfahrer mit wehender Jacke, quasi bei mir entschuldigt.
Heute fahre ich nun zur Arbeit und erzähle meiner Fahrgemeinschaft, die ebenfalls reitet, von meiner Begegnung mit den Wildschweinen. Toll stellt sie fest. Sie hatte auf ihrem Wanderritt etwas ganz ähnliches erlebt. Ihr Pferd blieb stehen, ein Schwein quiekte und plötzlich waren um sie herum lauter Frischlinge (sie stand mit Pferd quasi mittendrin) die eilends zur Mutter liefen. Nach einem weiteren Quieken entfernte sich die ganze Meute langsam und geordnet. Sie fand das so toll, so ein schönes Erlebnis ... !!!
So unterschiedlich kann man die Welt sehen. Wahrscheinlich geht es ihr wie meinem Pferd, ihre Mutter hat ihr nicht erzählt, wie gefährlich Wildschweine sind und sie kann bestimmt auch nicht auf Bäume klettern.
Was lehrt uns das. Ich kann jedenfalls beruhigter ausreiten, meine Angst vor Wildschweinen ist zum größten Teil unbegründet. Vielmehr sollte ich mich vor Radfahrern oder Nordic-Walkern fürchten (meint zumindest mein Pferd).
Aber soll man nicht auf seine Mutter hören ? Die Frischlinge hören auf ihre Mama, jedenfalls meistens.

Dienstag, 24. Juni 2008

Google Maps für Freizeitreiter

Im letzten Post hatte ich meinen Ausritt zum Rondell erwähnt und bin von 20 km und 2,5 Stunden ausgegangen.
Es sind 18 km und ich habe ca. 2 Stunden gebraucht.
Hier die Strecke auf Google Maps.

Größere Kartenansicht
Toll dieses Google Maps, man braucht eine Weile um sich Einzufuchsen, dann geht das Erstellen der Karten fast von allein. Es macht natürlich mehr Spaß und ist genauer, als das Ausradeln auf der Landkarte. Wenn ich mal ein Navi habe, lassen sich die Daten sicher auch austauschen. Vielleicht klappt es ja zu Weihnachten und zum Geburtstag zusammen mit dem Navi.

Montag, 10. März 2008

FKK und Schatzsuche im Wald

Manchmal muß man "Leerlauf" überbrücken und bei solchen Gelegenheiten verziehe ich mich gerne ins Internet. Da am Freitag wieder ein Ausritt geplant ist habe ich mal den Namen meines bevorzugten Waldgebietes eingegeben. Eigentlich um mich zu erholen, denn der Tag war vorher aufregend genug
(einer Kollegin aus Schwaben mußte über den Kulturschock einer Brandenburger Frauentagsfeier geholfen werden, das Telefon streickte und ein Entscheider für einen neuen Apperat war nicht erreichbar, zudem hat sich unser wichtigstes Computerprogramm verabschiedet und der Administrator war auch keine Hilfe - überall läuft es nur bei euch nicht -).
Was mir Google da anbot trug aber nicht unbedingt zur Beruhigung oder Erholung bei.
Als erstes fiel mir ein "FKK Forum" ins Auge. Das kann nicht sein, dachte ich, was hat FKK (zu deutsch - für Schwaben - Freikörperkultur, also nackig rumlaufen) mit wandern in der Heide zu tun ? Hier das Zitat aus dem Forum:
Hallo Wanderfreunde, wir wandern am 9.7. in der Heide, wenn laut Wetterbericht am Vortag mindestens 24 Grad zu erwarten sind. Dauer ca 5 Stunden. Die Strecke ist weitgehend barfußgeeignet. Anmeldung und weitere Infos unter ... . Sonnige Grüße Anita und Wolfgang
Ich war geschockt. Mein Wald ist normalerweise menschenleer. Wenn ich auf jedem 10. Ausritt jemanden treffe ist das viel. Nun stellt Euch mal vor, da kommen nackte Leute auf einem Waldweg daher und singen vielleicht noch Wanderlieder. Das währe für mich ein Schock fürs Leben, für mein wackeres Ross sicherlich auch. Eher hätte ich mit Außerirdischen als mit nacken Wanderern gerechnet. Bis heute wußte ich überhaupt nicht, das es sowas gibt (nackte Wanderer selbstverständlich, von Außerirdischen habe ich schon gehört).
Naja, nach Trost und Zuspruch durch meine schwäbische Kollegin lieferte mir Google die nächste neue Lebenserfahrung, einen Bericht über ein (wieder in meinem Wald) verstecktes Cache. Was ist ein Cache ? Ja, das wußte ich bis dahin auch nicht. Es wurden Koordinaten angegeben, unter denen mitten im Wald (ca. 5 km Luftlinie von der nächsten menschlichen Ansiedlung/Parkmöglichkeit entfernt) eine Plastiktüte/Büchse mit unter anderem einem Logbuch versteckt ist. Dieses Cache kann dann von Wanderern gesucht werden, also eine Art "Schatzsuche" mit GPS. Alle Finder schwärmten von dem wunderschönen menschenleeren Wald und dem vielen Wild das sie gesehen haben, aber kein Handy-Netz, null Empfang ... ja leider, wem sagt ihr das. GPS hat aber funktioniert.
Die Tatsache, das das Cache seit 3 Jahren dort liegt aber erst 7 x gesucht wurde hat mich dann doch das Vertrauen in die Abgeschiedenheit meiner Heide wiederfinden lassen. Als nächstes wurde dann mein Ehrgeiz geweckt. Die fotografierte Stelle mit dem Cache kam mir bekannt vor. Sicher war ich aber nicht, ob es die Stelle ist die ich meine. Leider habe ich kein GPS, was mir wieder schmerzlich bewußt wurde, denn ich hätte gerne eins. Ich hab mir eins zu meinem 60. Geburtstag gewünscht, so kann mein Herzblatt schon mal anfangen zu sparen. Bis sind aber noch aber noch ein paar Jahre Zeit. Zu hause habe ich mit Topografischer Karte und Koordinaten experimentiert um den Ort zu lokalisieren, bis mir die Idee kam die Koordinaten Google-Maps anzuvertrauen. Super, ich bekam ein Satelitenbild auf dem eindeutig der von mir favorisierte Ort gekennzeichnet war. Ich bin stolz auf mich, den Wald so gut zu kennen. Vielleicht brauche ich ja doch kein Navi (aber nur vielleicht).
Jedenfalls bin ich nun gewappnet wenn im Wald nackte Leute rumlaufen, man sollte doch öfter mal googeln, das bildet.

Montag, 21. Januar 2008

Wieder freie Wege

Nun komme ich endlich dazu vom meinem Ausflug zu Pferde am 14.01. zu berichten. Das Wetter war akzeptabel, der Putzvorgang etwas langwieriger. Mein Großer hatte sich gründlich gewälzt. Zum Glück war der Dreck schon fast trocken. Fast hätte ich die kleinen Packtaschen mitgenommen um Handschuhe und andere Ausrüstungsgegenstände zu verstauen, die ich unterwegs ausprobieren wollte. Bei dem Gedanken daran, wie mein Ross auf Packtaschen reagiert ( jetzt machen wir mal ganz sinnig, es wird sichen eine längere Tour) habe ich dann doch eine andere Lösung für das Gepäckproblem gefunden (alles mit Sicherheitsnadeln innen an der Jacke befestigt). In der Endkonsequenz waren die ganzen Vorsorgen mal wieder übertrieben, die neuen Handschuhe (Thinsulate-Penny) trugen sich super.
Auch unser Ausflug war schön. Die Waldwege weich und nur an wenigen Stellen festgefahrene und noch nicht aufgetaute Eisplatten. Genausoeine Stelle war es dann aber, auf die mein Pferd geriet, als es mir einen anderen Weg vorschlagen wollte, als den den ich geplant hatte. Zum Glück hat er ja vier Beine mit denen man auf Eis besseren Halt findet als mit zwei Beinen. Ins Schwitzen bin ich trotzdem gekommen. Er hat dann letztendlich, wenn auch unter Protest, meine Trassenführung akzeptiert.
Denn ich wollte mir mal wieder die Wege mit den Schildern "Lebensgefahr Jagd" und den quergelegten Bäumen ansehen. Da es eine etwas längerer Tour war bin ich auch unterwegs mal ein Stück gelaufen. Nicht weil mir kalt war, aber das Sitzfleisch und die Füsse waren solche Strapatzen nicht mehr gewöhnt. Und siehe da, die Schilder weg und auch die Bäume fein säuberlich vom Weg geräumt. Super, dann kann ich ja sicher bis zum September wieder auf allen Wegen reiten.
Ich freue mich schon auf den Frühling, bis dahin gibt es aber sicher noch die eine oder andere schöne Wetterlage mit gleichzeitigem Arbeitsfrei, die ich für eine kleinen ruhigen Ausflug nutzen kann.

Samstag, 29. Dezember 2007

Wandern oder doch lieber Reiten ?

Heute habe ich beschlossen, die Winterpause ist zu ende und ich Reite wieder. In den letzten Wochen hatte ich wegen kalter Füße, Finger und Wangen mit dem Reiten ausgesetzt. Zum Ausgleich bin ich mit meinem Mann im Wald spazierengegangen. Dabei wurde mir warm. Die Füße waren ja in Bewegung. Spazierengehen/Wandern ist anstrengender als Reiten. Als Nebeneffekt konnte ich plötzlich mein Pferd verstehen, welches recht flott im Gelände unterwegs ist, so das ich es ab und zu bremsen muß. Auch ich konnte mir von meinem Mann öfter Mahnungen wegen meiner Geschwindigkeit anhören: "Warum rennst du denn so ?". Ja warum ? Weil es so schön ist in der freien Natur und ich gerne flott unterwegs bin. Schöne Erklärung, ob die mein Pferd auch so für mich hätte wenn es sprechen könnte (was es glücklicherweise nicht kann) ? Unser dritter Spaziergang brachte mich endgültig zu der Erkenntnis, das ich ein wunderbares Pferd habe, da es nicht ganz so massiv über Tempo, Richtung und Länge unserer Ausflüge mit mir diskutiert wie mein Herzblatt, und mich außerdem noch trägt, und in mir reifte der Entschluss es trotz Kälte wieder mit dem Reiten zu versuchen. Wenigsten ab und zu wenn das Wetter nicht ganz so winterlich ist, als Ausgleich zum Spazierengehen/Wandern. Heute war es nun so weit. Nach vier Wochen Abstinenz war das Satteln (Westernsattel 25 kg) und das Aufsteigen (Pferd 163 cm hoch - ohne Sattel) schon eine Herausforderung. Für mein braves Ross war am Anfang das Geradeauslaufen ebenfalls nicht so einfach. Doch bald klappte die Abstimmung fast wie vor unserer "Winterpause" und auch das trübe Wetter konnte uns die Laune nicht vermiesen. Ein guter Griff waren auch die Stoffreitschuhe. Sie haben besser isoliert als die Lederschuhe und meine Füße warm gehalten. Wenn nicht wäre ich halt mal ein Stück neben dem Pferd gelaufen um wieder warm zu werden. Ich bin ja jetzt in Übung durch das Wandern.

Samstag, 27. Oktober 2007

Alte Wege ...

Ihr habt sicherlich schon gemerkt, das ich den Wald, in dem ich reite, sehr mag. Er war zu DDR-Zeiten größtenteil Sperrgebiet, da sich dort ein Schießplatz/Truppenübungsplatz der Armee befand. Nach der Wende wurde der Schießplatz aufgegeben und erst 2002 für mich als Reiter nutzbar, da damals ein neues Waldgesetz in Brandenburg in Kraft trat. Dieses Gesetz erlaubt Reiten im Wald auf allen 2-Spurigen Wegen. Vorher war Reiten im Wald nur auf ausgewiesenen Reitwegen möglich, und diese führten um besagtes Gelände weitläufig herum.
Am Anfang war ich sehr verunsichert. Überall noch die Schilder "Sperrgebiet" und Warnungen vor Blindgängern. Der eigentliche Schießplatz und teilweise der Wald in der Nähe voller Panzersperren oder anderen Teilen aus Metall und Beton die aus der Erde ragten, plötzlich tiefe Löcher, die alten Armeegebäude Ruinen. Nach einigen vorsichtigen Inspektionen des direkten Schießplatzes habe ich vorgezogen diese Terrain möglichst zu meiden. Mein Pferd neigt zu selbstständigen Entscheidungen und ich habe keine Lust dann in so einem Betonbunker zu landen. Teilweise wurde der Übungsplatz neu mit Bäumen bepflanzt. An den anderen Stellen gedeiht die Heide und bietet im Spätsommer ein schönes Bild.
Trotzdem ist noch viel Wald für mich übrig. Sicherlich größtenteils Kiefer-Monokultur, aber auch Fichten, Lärchen, Birken, Eichen und Buchen. Besonders an den Wegen große alte Buchen, Eichen und in den letzten Jahren gepflanzte Kastanien. Einige dieser Bäume, wie ich vermute, bis 300 Jahre alt. Lange gerade Wege, aber auch sehr hügeliges abwechslungsreiches Gelände mit wunderschönen einsamen Lichtungen.
Zuerst habe ich mich nur mit Kompass und Karte in den Wald getraut. Trotz der relativ überschaubar Ausdehnung (etwas über 5000 ha) hätte ich mir am liebsten ein Navi zugelegt. Wahrscheinlich ist meine Mutter Schuld, die mir früher immer Schauergeschichten vom Verlaufen im finsteren Wald erzählt hat, inklusive angriffslustigen gefährlichen Wildschweinen. Auf mein Pferd wollte ich mich auch nicht verlassen. Nach einigen Tests an Kreuzwegen war ich mir sicher, das er auch nicht nach hause finden würde.
Mit der Zeit wurde ich sicherer und begann mir Gedanken über den Wald zu machen. Wie alt waren die Wege ? Sicher noch nicht so alt, da schnurgeradeund oft sogar mit Straßengraben. Aber die Bäume an den Wegen, an manchen Stellen sogar als Allee gepflanzt wie an vielen Märkischen Straßen, kamen mir recht alt vor. Die Wege müßten also wesentlich älter sein, als die Nutzung durch die Armee. Auf einer alten Karte aus dem 17. Jhd entdeckte ich einen Teerofen mitten im Wald. Natürlich bin ich bei nächster Gelegenheit zu besagter Stelle und tatsächlich, Ziegelschutt, Feldsteinfundamente, ein Loch, sicherlich mal ein Keller, und undefinierbare überwaldete Haufen, darunter vermutlich weitere Ruinen.
Meine Neugier war geweckt und um mehr zu erfahren besorgte ich mir alte Karten. Die kann man ganz unkompliziert beim Landesvermessungsamt bestellen. Nun schwelge ich seit gestern in Karten. Einziger Wehrmutstropfen: meine Katze findet die Karten auch sehr interessant, die rascheln so schön und wenn Frauchen schimpft macht alles noch viel mehr Spass. Auf einer Karte sind schon Bremsspuren und kleine Löcher. Aber wieder zum Kern. Die meisten Wege gibt es schon seit 250 Jahren, so alt ist die älteste Karte, und es hat sich nicht viel verändert. Wahrscheinlich sind viele Wege deutlich älter. Auch andere interessante Dinge fanden sich auf den Karten: alte Förstereien, ein versunkenes Dorf.
Nun haben die Wege und markante Punkte im Wald auch Namen: Priesterweg, Mühlenweg, Brandgestell ... Ich freue mich schon auf meinen nächsten Ausritt, auf den alten nun neu entdeckten Wegen.