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Sonntag, 11. November 2012

Kurzer Ausflug

Nachdem am Mittwoch die Hufe des Schimmels ausgeschnitten wurden waren wir heute wieder mit Hufschuhen unterwegs. Am Anfang alles top, dann ging sie aber mehr und mehr fühlig.
Da ich damit, so kurz nach dem Ausschneiden, gerechnet hatte (die Equine haben nur eine dünne Sohle). War die gewählte Strecke nicht allzulang.
Natürlich sind wieder an dem Hirschkadaver vorbeigekommen. Er lag jetzt einige Meter vom Weg entfernt im Gehölz. Nur noch das abgefressene Gerippe und die Vorderläufe waren von dem Hirsch übriggeblieben. Für Kolkraben und co immer noch ein Festessen.

Sonntag, 4. November 2012

Hubertustag

Gestern am Tag des Hl.Hubertus, des Fürsprechers der Jäger und Hunde, ging es in den Wald.
Diesmal Barhuf, was einen sehr ruhiges Tempo zur Folge hatte. Ich reite zur Zeit abwechseln Barhuf und mit Hufschuhen (die alten Equine fusion Größe 13), damit der Huf etwas abgehärteter wird. Nun werde ich das Barhuf-Experiment aber zu den Akten legen. Es macht keinen Spaß größtenteils im Schritt durch die Landschaft zu schleichen, weil das Pferd sonst fühlig geht oder sogar lahmt.
Ich weiss jetzt aber, das sie Barhuf nicht stolpert, und mit den Schuhen Größe 13 nur ganz wenig.
Meinen kaputten Hufschuh habe ich inzwischen zum Schuster meines Vertrauens nach Gransee gebracht. Er hat kein Problem gesehen und ich konnte ihn 1 Stunde später wieder abholen. Das Loch war geklebt.
Meine skeptische Bemerkung (manchmal könnte ich mich Ohrfeigen für mein Mundwerk) "Mal sehen wie lange das hält?" wurde im Brustton der Überzeugung mit einem "Das hält!" gekontert. Die ersten 12 km hat es bereits gehalten.
Leider habe ich den Schuster nicht die Naht reparieren lassen. Das wollte ich selbst machen. Ein Fehler, wie sich später herausstellte, als ich versuchte mit einer Zange die Nadel durch die Kunststoffsohle zu ziehen. Die Nadel war bald verbogen und das Ergebniss sehr unbefriedigend. Ich denke es hält erst mal durch den Kleber, wenn die Naht doch weiter aufgeht, muss ich wieder nach Gransee fahren, zum Schuster, und es vom Fachmann nähen lassen.
Unser Ritt war also sehr entspannt. Viele Pilzsammler waren unterwegs und hattten auch Pilze in ihren Körben. Auch eine nicht so schöne Begegnung blieb uns leider nicht erspart.
Am Rande des Weges lag ein toter Dammhirsch. Duch die Krähen waren wir bereits aufmerksam geworden und ich konnte das Pferd dazu überreden, mit etwas Abstand, an dem Kadaver vorbeizugehen. Da der Schimmel natürlich verunsichert war, habe ich mich nicht getraut ein Foto von dem Hirsch zu machen. Absteigen wollte ich auch nicht, solche "Begegnungen" sollen für mein Reitpferd so normal wie möglich ablaufen. Der Hirsch hatte noch sein prächtiges Geweih und war anscheinend noch nicht lange tot. Der Fundort aber doch sehr ungewöhnlich an einem breiten hellen Weg. Zieht sich Wild nicht zum Sterben ins Unterholz zurück? Dazu lag der Fundort weitab von der Brunst-Arena, wo man solche entkräfteten Hirsche eher vermuten würde.
Ich habe gehört, das Leute geben soll, die solchen "Brunstopfern" also Hirschen die geschwächt an der Brunst-Arena sterben das Geweih absägen, was natürlich Wilderei und verboten ist. Da dieser Hirsch noch seinen prächtigen Schmuck hatte, war ich froh, als mir im Dorf gleich als erstes ein Jäger über den Weg lief, und ich ihm von dem Fund berichten konnte. Währe doch schade, wenn so ein schönes Geweih in falsche Hände kommt. Den Rest des Kadavers hätte ich gerne den Krähen und Füchsen gegönnt, aber er lag dort wirklich etwas unpassend. Mal sehen, ob was passiert ist, wenn ich das nächste Mal an dieser Stelle vorbeikomme.

Sonntag, 16. September 2012

Adler in der Rüthnicker Heide

Am 23.08.12 habe ich meinen Araber-Schimmel gesattelt und ab ging es in den Wald.
Ich wollte nach der Heideblüte sehen. Dazu mußten wir über das Gelände des ehemaligen Schießplatzes. Nun ja, die Heide blüht, wenn auch nicht sehr üppig, ich habe es gesehen und kann auf Arbeit mitreden, wo es für eine Kollegin nichts schöneres gibt, als die Heideblüte, angeblich viel schöner, als in der Lüneburger Heide.


Hinter dem Schießplatz ging es für uns weiter Richtung Süden zum Laubdichtengestell, von dort nach Westen und dann wieder Nordwesten nach Hause. Zwei Stunden waren für die 14 km eingeplant, was wir auch gut geschafft haben.
Im tiefen Wald, kurz vor dem Laubdichtengestell ertönte weit über uns und den Bäumen, ein hohes Pfeifen. Ein Vogel der im Flug rief. Der Ruf wiederholte sich noch mehrere Male. Zuerst habe ich nicht darauf geachtet. Als ich dann aber aufmerksam wurde, vermutet, das es sich eigentlich nur um einen Adler handeln kann.
Mit Sicherheit kein Seeadler, den Ruf kenne ich. Im letzten Herbst habe ich einen Seeadler in der Heide gesehen. Aber was für ein Adler dann ??? Sehen konnte ich nichts, durch die Baumkronen war vom Himmel nichts zu erkennen.
Zu Hause am Computer kann man sich ja alle möglichen Vogellaute anhören und ich bin mir nun sicher, das es ein Fischadler war, den ich gehört habe. Ziemlich weit weg vom See und den Fischen. Vielleicht schon auf dem Zug nach Süden? Fischadler sind, im Gegensatz zu Seeadlern Zugvögel.
Mein Mann hat im vorigen Herbst einen Fischadler auf unserer Koppel fotografiert. Ob er das Bild findet, damit ich es hier zeigen kann ?

Zurück aus dem Urlaub sind andere Dinge erst mal wichtiger, als Bilder von Adlern. Wir waren zum Campen in Graal-Müritz, in der Rostocker Heide. Dort hört man abends vor dem Einschlafen, wenn es windstill ist, Uhu und Kibitz, toll ....

Montag, 29. Dezember 2008

Nach 6 Wochen Reitpause

Nun, wo der Weihnachsstess vorbei ist, habe ich den Kopf wieder frei für´s Reiten. Eigentlich wollte ich ja warten bis zum Jahresende oder vielleicht sogar März. Erfahrungsgemäß wird es, wegen der Wetterlage, im Februar nichts mit Reiten und ich wollte mir und dem Pferd, auf Grund der zu erwartenden Februarpause, viele neue Anfänge und damit Muskelkater ersparen. Außerdem hatte ich den nicht ganz unbegründeten Verdacht, das mein Stütchen nicht ganz so unkompliziert auf eine Trainingspause reagieren würde, wie der Traber. Den konnte ich nach 6 Wochen Ruhe satteln und ohne Probleme ins Gelände reiten. Er war die ersten Male nur etwas trottelig und ist, ab und an gestolpert, bis er wieder Muskulatur aufgebaut hatte.
Aber das Wetter war verlockend, das neue Pad wollte ausprobiert werden und ich hatte über die Feiertage 2 kg zugenommen. Also rein in die Reitklamotten und das Schimmelchen geputzt.
Das neue Pad steht ihr wunderbar! Von der Farbe war es schon mal die richtige Wahl!
Doch Schimmelchen war nervös, zum Glück klappte das Aufsteigen, aber dann ging es los. Ich zweifelte ob der Ausritt wirklich eine so gute Idee war. Leider ist es aber auch nicht so einfach von einem nervigen Pferd wieder abzusteigen wenn man mal oben ist. So beschloss ich erst mal im Sattel zu bleiben. Die ersten 500 m hatte ich damit zu tun das Pferd von einem sturen nervigen Trab zu einem, na ja, entspannten Schritt zu überreden. Sie tat so als wenn sie zum ersten mal im Leben ein Gebiß im Maul hätte und reagierte spät bis garnicht. Dazu war sie rossig und ständig mit der Nase an der Erde, vermutlich auf der Suche nach der Witterung eines Hengstes? Aber das Pad saß sich wundervoll, ganz weich. Madam war anscheinen auch der Meinung, denn mitten aus dem, nun endlich gelungenen, Schritt kam ein Buckler, den ich als Freudensprung interpretierte. Von da an ging es besser. Schöner noch nicht ganz gleichmäßiger Trab, der Galopp fast mit dem Kopf zwischen den Vorderbeinen?, aber die Muskel müssen ja erst wieder aufgebaut werden, sie ist in der Schulter schmaler geworden. Viel Schritt und viel Wild. Das Dammwild ist jetzt fast schwarz gefärbt. Da ich aus pferdepsychologischen Gründen nicht vor jedem Damwildrudel durchpariere war ich glücklich, das es nicht zu einer Kollision kam, als ein Rudel direkt vor uns den Weg kreuzte. Alles in allem eingelungener Ausritt. Das letzte Stück bin ich abgestiegen, man soll ja aufhören wenn es am schönsten ist, so haben alle Beteiligten ein Erfolgserlebnis. Allerdings mußte ich weiter konsquent sein, denn das Führen haben wir auch schon lange nicht mehr geübt.
Beim Absatteln stellte ich dann fest, das die Sattellage unter dem Pad trocken war. Mein Pferdchen hat zwar nicht doll geschwitzt, aber etwas schon. Anscheinen ist das Teil tatsächlich luftdurchlässig, oder feuchtigkeitsdurchlässig?
Heute sehe ich nun aus dem Fenster, alles weiß und minus 5°C. Genau das hatte ich befürchtet. Wieder Schluß mit Reiten? Ich hoffe nicht. Ich habe mir fest vorgenommen nun wieder regelmäßig mit dem Pferd zu arbeiten. Wenn es für´s Reiten zu kalt ist, gehen wir eben spatzieren, natürlich in voller Montur, falls sich zwischendurch der Boden doch mal zum Aufsteigen anbietet.

Freitag, 12. September 2008

Ein Jäger aus Kurpfalz ?

Wie der Titel schon andeutet, hatte ich heute eine Begegnung der besonderen Art, doch ganz anders als erwartet.
Aber von Anfang an: Ich war wieder mit meiner kleinen Schimmelstute unterwegs. Im Baumarkt hatte ich mir neue Zügel besorgt (2 Stück 2,50 m Hanfseil a 2,00 €) und wollte nun ihre Eignung als geteilte Lenkhilfe testen. Ich hoffe im Dezember auf der Hippoligika was besseres preisgünstig erwerben zu können. Die Seile sehen super aus, liegen aber nicht so gut in der Hand wie Leder, sind rau und pieksig (hätte ich noch mal die Wahl würde ich die gewachsten nehmen, auch wenn die nicht so fetzig aussehen). Ansonsten haben die "Zügel" den Test bestanden und bis zur Hippologika wird es wohl gehen.
Wir traben also so schön durch den Wald, grüßen freundlich einen Pilzsammler, der auch zurückgrüßt, was mich freut weil ich dann auch sicher bin, das Pferdchen die durchs Unterholz kriechende Gestalt als Mensch einordnet und nicht eventuell als Säbelzahntiger.
Am liebsten habe ich Pilzsammer die sich laut unterhalten. Zwei mit schweren Körben beladenen Damen habe ich am letzten Wochenende mit Lob überhäuft wegen ihrer lauten Unterhaltung. Dieses Lob wurde dankbar aufgenommen, die Damen haben mir gestanden, das sie unsicher waren, wie sie sich bei der Begegnung mit Reitern/Pferden verhalten sollten. Ein Schwätzchen mit Passanten ist immer angebracht.
Wir traben also schön vor uns hin, als mitten auf unserem für Autos gesperrten Waldweg ein grünes Auto steht. Kurzer Blick, aha der Förster, oder besser 2 Förster die sich an den offenen Autotüren unterhalten. "Kein Problem" erkläre ich dem Schimmel "wir gehen dran vorbei". Mein bis dato immer gehorsames und mutiges Pferd war aber, zu meinem Erstaunen, anderer Meinung und kündigte 10 m vor dem Auto die Mitarbeit. "Da gehe ich nicht vorbei" waren ihre Worte. "Das ist doch nur ein harmloses Auto, sowas fürchtest du doch sonst auch nicht " argumentierte ich dagegen. Nun mischten sich auch die Förster in unser Gespräch "Am besten sie nehmen den anderen Weg (wir waren an einer Kreuzung) wenn sie an uns vorbeireiten bekommen sie Probleme". Mein Pferd schlug mir gerade den selben Weg vor, der auch von den Förstern favoritisiert wurde."Probleme hab ich schon." erklärte ich (war ja auch nicht zu übersehen gerade versuchte meine Stute eine Kehrtwendung in die andere Richtung) "das Pferd ist jung und muß lernen. Gibt es denn eine Grund warum ich an ihnen nicht vorbeikann, Baumfällung oder so ?". Das wurde verneint. Also Augen zu und durch. Ich wäre auch abgestiegen und hätte das Pferd an dem Auto vorbeigeführt, aber vorbei mußte es. Schließlich hat die Kleine es eingesehen und ging diszipliniert wenn auch aufgeregt an dem Auto vorbei. Nun konnte ich den Grund der Weigerung meines Schimmels erkennen. Durch die offenen Autotüren wurde ein Anhänger verdeckt auf dem totes Damwild lag. Meine Förster waren also gar keine Förster sondern, in diesem Fall, Jäger. "Jetzt weiß ich warum mein Pferd nicht an ihnen vorbei wollte, sie hat das Blut gerochen." "Genau" sagte der Jäger, "deshalb hatten wir ihnen ja auch den anderen Weg vorgeschlagen."
Mir gab die ganze Geschichte dann doch zu denken. Niemals hätte ich gedacht, das Pferde so einen guten Geruchssinn haben und auf die Entfernung Blut riechen können. Ich habe nichts gerochen. Vielleicht ist das auch die Erklärung für manches Problem, welches ich mit meinem Traber an bestimmten Stellen im Wald hatte.
Und noch etwas anderes habe ich gelernt, Jäger sind nette Menschen (trotz manchmal komischer Schilder im Wald - siehe Post vom letzten Herbst) und begegnen Reitern freundlich.
Was hat mein Pferdchen gelernt ? Frauchen ist der Chef und wo sie mit langgeht ist es ungefährlich auch wenn es stinkt.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Wildschweine

Seit 5 Jahren, seit es das neue Waldgesetz in Brandenburg gibt, reite ich nun im Wald kreuz und quer (natürlich auf den vorgegebenen 2-spurigen Wegen - Dank an alle Jäger und Förster die diese in Ordnung halten). Wild in rauhen Mengen (wie man hierzulande sagt). Seit 3 Jahren traue ich mich auch in den "tiefen Wald" also mitten in das ca. 10 x 10 km große Gebiet. Funkempfang per Handy kann man dort vergessen. Meist trage ich eine Warnweste. So ist die Chance größer, das ich gefunden werde, falls ich doch mal im Gebüsch lande, und mein "Fury" keine Hilfe holt. Zu Anfang war Wild für meinen Traber stets ein Ereigniss. Vor allem wenn es trotz "Pfeiffen" von Frauchen sich nicht aus dem Staub machte. Da kam es schon mal zu super Hinterhandwendungen mit anschließendem Spurt in die Gegenrichtung. Aber das ist lange her. Selbst große Schaufler haben nur noch ein müdes Gähnen zur Folge. Da sind Drahtrollen am Wegesrand oder Nordic-Walker aufregender (weil seltener). Es ist immer wieder erstaunlich wie dicht man auf dem Pferd an Wild herankommt. Nur mit dem Fotografieren hat es noch nicht geklappt, da die elektronische Kamera Geräusche macht, die dem Wild nicht gefallen.
Nur Wildschweinen sind wir noch nicht begegnet. Ich muß sagen glücklicherweise, denn als Kind hat meine Mutter keine Gelegenheit ausgelassen, mich vor meinen Waldwanderungen, vor den gefährlichen Wildschweinen zu warnen. Wenn ich ein Wildschwein sehe, würde nur die Flucht auf einen Baum mein Leben retten. Das Bäumeklettern habe ich dann sicherheitshalber schon mal geübt. Auch im Fernsehen immer wieder Berichte von Wildschweinattacken auf harmlose Spatziergänger. Entsprechende Bilder großflächiger vernähter Wunden an den Extremitäten inklusive. Ich war sicher eine Begegnung mit Schweinen würde mein Roß zu panischer Flucht veranlassen, ich im Dreck landen und von den Schweinen angegriffen werden ... .
Gestern war es nun so weit. Nach 45 min und 2 schönen langen Trab-Galopp-Strecken waren wir am tiefsten Punkt des Waldes. Nun wollte ich mich im Schritt erholen und die Natur genießen, als es plötzlich neben mir grunzte !!! Ein Blick zur Seite, ca 7 m neben dem Weg ein großes schwarzes Schwein grunzend mit erhobenen Kopf und erhobener Rute (heißt das so ?)sich langsam im Schritt vom Weg weg bewegend. Mein Herz rutschte in die Hose, das Schwein bewegte sich aber von uns weg, das war positv. Mein Traber seelenruhig im Schritt. Ein weiterer Blick in den Wald und ich entdeckte ca. 3-4 schwarze Berge, die sich langsam entfernten. Immer noch aufgeregtes Grunzen. Dann die Ursache für die Aufregung direkt neben dem Weg vor uns, ein kleines braunes Bündel (sprich Frischling) welcher sich dem allgemeinen Rückzug nicht angeschlossen hatte, da er wahrscheinlich geraden einen wunderschönen Wurm ausgrub. Na toll dachte ich, wenn die Mama durchzählt und einer fehlt, oder das Kleine uns sieht, erschrickt und losquieckt sind wir dran. Und was ist mit meinem Renner los? Ist er blind, taub oder beides? Mein Pferd war immer noch ganz ruhig in der allgemeinen Aufregung (mich eingeschlossen) und marschierte im gemütlichen Schritt, als gäbe es gar keine Schweine, den Weg entlang. Also ergriff ich die Initiative und beschloss aus Sicherheitsgründen das Tempo etwas zu erhöhen falls die Stimmung umschlägt und wir plötzlich angegriffen werden. "Terrrab mein Guter" "Gerne Frauchen" nur das Tempo in dem er loslegte überzeugte mich davon das er die Schweine auch gesehen hatte, denn mein Pferd trabte langsam und aufmerksam, nicht das schnelle Tempo was ich sonst von ihm kenne. Nach dem Motto vor euch blöden Schweinen rennen wir nicht weg, dieses ist unser normales Reisetempo! Ich weiß aber auch, das er sich in ruhigerem Tempo sicherer fühlt, da er besser reagieren kann und mit Sicherheit (Pferde haben ja ein anderes Gesichtsfeld als Menschen und sehen auch was hinter ihnen los ist) hatte er die Wildschweine immer noch im Blick. Nach 200m wurde ein gemütlicher rollender Galopp daraus und 300m später fand ich den Abstand ausreichen (fast hätten wir noch ein Reh umgerannt).
Das war aufregend!!! Habe ich nun das mutigste Pferd des Kontinents oder das dümmste ? Wahrscheinlich hat seine Mutter ihm nicht erzählt, wie gefährlich Wildschweine sind.
Der Rest des Ausritts verlief normal. Zurück im Dorf kam uns ein ganz fürchterlicher Radfahrer mit wehender Jacke entgegen. Schrecklich ... . Als der sich dann aber mit uns zu unterhalten anfing hat sich das Pferd für die unangemessene Aufregung, über einen Radfahrer mit wehender Jacke, quasi bei mir entschuldigt.
Heute fahre ich nun zur Arbeit und erzähle meiner Fahrgemeinschaft, die ebenfalls reitet, von meiner Begegnung mit den Wildschweinen. Toll stellt sie fest. Sie hatte auf ihrem Wanderritt etwas ganz ähnliches erlebt. Ihr Pferd blieb stehen, ein Schwein quiekte und plötzlich waren um sie herum lauter Frischlinge (sie stand mit Pferd quasi mittendrin) die eilends zur Mutter liefen. Nach einem weiteren Quieken entfernte sich die ganze Meute langsam und geordnet. Sie fand das so toll, so ein schönes Erlebnis ... !!!
So unterschiedlich kann man die Welt sehen. Wahrscheinlich geht es ihr wie meinem Pferd, ihre Mutter hat ihr nicht erzählt, wie gefährlich Wildschweine sind und sie kann bestimmt auch nicht auf Bäume klettern.
Was lehrt uns das. Ich kann jedenfalls beruhigter ausreiten, meine Angst vor Wildschweinen ist zum größten Teil unbegründet. Vielmehr sollte ich mich vor Radfahrern oder Nordic-Walkern fürchten (meint zumindest mein Pferd).
Aber soll man nicht auf seine Mutter hören ? Die Frischlinge hören auf ihre Mama, jedenfalls meistens.